Europa

Gespenst der Islamisierung oder „Angst ums Abendland“

Das Buch ist zur rechten Zeit der tagesaktuellen Flüchtlingstragödien erschienen. Wir müssen uns vor den Islamfeinden, nicht vor Muslimen fürchten. Vorurteile gegenüber Muslimen und ihrer Religion sind in allen Schichten und über alle politischen Lager hinweg – in ganz Europa – verbreitet. Die geschichtlichen Gründe werden im ersten Teil des Buches nachvollziehbar aufgearbeitet. Die Weltpolitik nutzt Allianzen zum Machterhalt, über religiöse und kulturelle Grenzen hinaus.

Rechtspopulistische Parteien wie die „Alternative für Deutschland“ und Bewegungen nutzen die Abneigung gegenüber dem Islam als Treibstoff. Die Angst vor dem Islam ist tief in der europäischen Geschichte verwurzelt. Eine übersteigerte Angst vor Muslimen droht die Grundlagen dessen zu zerstören, was Europa in kultureller Vielfalt ausmachen sollte.

Die Debatte um den Islam in Europa, um Moscheen und Mohammed-Karikaturen hört nicht auf. Von Michel Houellebecq bis Thilo Sarrazin, von Alice Schwarzer bis Marine Le Pen kommt es dabei zu ungewöhnlichen Allianzen. Aber wovor muss man Angst haben? Dieses Buch gibt eine Antwort. Neu ist die direkte Ansprache von Frauen durch Frauen in der Politik. Durch die Abkehr eines einheitlichen Denkmusters ergibt sich eine neue Qualität, der nicht einfacher zu begegnen ist.

Wer hat Angst vorm Muselmann? Das erste Buch von Daniel Bax zeigt gut recherchiert die europaweiten Zusammenhänge der geistigen Brandstifter und Rattenfänger auf. Die Literaturangaben und Quellenverzeichnisse sind hilfreich. Für die tägliche Diskussion fehlt ein Personenregister und würde den Untertitel unterstreichen: „Warum wir uns nicht vor Muslimen, sondern vor den Islamfeinden fürchten sollten“.

Wer die handelnden Personen und benutzten Phrasen kennt, wird auch hellhörig in der Tagespolitik, auch bei der CDU, die auch teilweise die Angst ums Abendland äußert.

Eine Leseprobe:

Zum gleichen Thema ein vertiefendes Video der Friedrich-Ebert-Stiftung

Europas Rechte im Jahr 2015